
nicht affektheischend mit einer Kettensäge
um Hilfen für die Armen zu zerstören
um das Kapital der Reichen zu vermehren
so kommt Gott nicht
so will Göttliches vielmehr werden
als Befreiung der Verarmten
als Solidarität der Menschen untereinander
als das große Teilen des Lebensnotwendigen
nicht mit Panzern und Gewehren
um einen Krieg zu gewinnen
um einen Sieg über Feinde zu erringen
so kommt Gott nicht
so will Göttliches vielmehr werden
als aktiver gewaltfreier Widerstand von unten
als Verweigerung kriegerischer Dienste
als Versöhnung der Verfeindeten
nicht mit großmäuligen populistischen Parolen
um dem eigenen Narzissmus zu huldigen
um stark zu sein auf Kosten der Schwachen
so kommt Gott nicht
so will Göttliches vielmehr werden
als demütiges Dienen für andere
als Hinhören auf die Nöte der Schwächeren
als Freude an der Verschiedenheit und Buntheit
nicht mit der Ausbeutung von Ressourcen
um der eigenen Bequemlichkeit zu dienen
um entfremdeten Bedürfnissen zu frönen
so kommt Gott nicht
so will Göttliches vielmehr werden
begleitet von den Friedensliedern der Engel und Hirten
gewärmt von einem Ochs und einem Esel und dem Duft eines Stalles
getragen von Maria und Josef und ihrer Liebe
möge Göttliches werden
in unserem Sehnen und Tun
in unseren täglichen suchenden Schritten
in den achtsamen und liebenden Begegnungen
klaus.heidegger, Weihnachten 2024
(Symbolbild: „Die Narbe von Betlehem“ von Banksy)